Obermenzing
Zur Geschichte des Dorfes Obermenzing
Obermenzing gehört seit dem 1. Dezember 1938 als westlicher Stadtteil und "Stadtbezirk 37", seit dem 1. September 1992 als Teil des 21. Stadtbezirks Pasing-Obermenzing zur bayerischen Landeshauptstadt. Seine Fläche beträgt 765,58 Hektar und - was meistens unerwähnt bleibt - etwa ein Viertel davon besteht aus der "Pippinger Flur".
Jahrhunderte lang lebten hier - die in Schloss Blutenburg ansässigen und beschäftigten Personen eingeschlossen - ständig kaum mehr als insgesamt 200 Menschen. Von im Jahre 1825 gezählten 213 Einwohnern entwickelte sich die Landgemeinde über 305 Personen in 1855, 1.042 in 1900, 3.390 in 1925, 8.200 in 1938 anlässlich der Eingemeindung, 12.511 in 1950 rasant auf 19.222 Einwohner im Jahre 1974. Erst dann ließ der Bevölkerungszuwachs merklich nach, so dass wir heute über 26.000 Obermenzinger zählen können.
Am östlichen Hochufer der Würm, fast halbwegs zwischen Schloss Blutenburg und Pipping, dort wo diese einst bis zur Flussregulierung 1898/99 nahezu achtzig Meter breit war, wurden seit 1910 immer wieder bei Ausschachtungs- und Bauarbeiten eine größere Anzahl von Urnengräbern entdeckt.

"Das Schloß Plutenburg sambt der Hoff-March Ober Mennzing" (Stich von Michael Wening, 1701)
Westlich des Schlosses in der "Siedlung Blutenburg" fand man 1924 an der heutigen Gerlichstraße ebenfalls Urnen- und Hügelgräber sowie verschiedene Grabbeigaben. Sie beweisen, dass unsere Gegend schon sehr frühzeitig, wohl seit dem 12. oder 11. Jh. v. Chr. von Jägern, Ackerbauern und Fischern besiedelt war. Da diese jedoch weder lesen noch schreiben konnten und auch keine festen, die Zeiten überdauernden Bauten aus Stein errichtet hatten, wissen wir heute nicht, wo ihre eigentlichen Siedlungen lagen. Die geographisch-strategische Lage des Obermenzinger Schlosses - direkt in der Biegung des Flusses - lässt jedoch den Schluss zu, dass hier einst zumindest eine dieser frühen Siedlungen - oder ihre Fluchtburg? - gelegen haben könnte. Dass die Ortsnamen Menzing von einem Sippenführer "Manzo" und Pipping gar von einem oder dem "Pippin" (der Ältere + 640; der Mittlere + 714; der Jüngere + 768) abzuleiten wären, sind lediglich weitläufige Vermutungen früherer Sprachforscher.
"Menzing" tritt in die Geschichtsschreibung ein mit der genau datierten Urkunde vom 6. Nov. 817, als der Edle Cotescalch und sein Bruder Deotpald ihren Besitz zu Menzing an die Kirche in Freising gaben, doch ist hier noch nicht eindeutig gesagt, ob es sich um Ober- oder Untermenzing oder gar um beide handelt.
In den nachfolgenden Jahrhunderten traten immer wieder Edelleute "von Menzingen" als Siegelzeugen und Schenker von hiesigen Gütern an Kirchen bzw. Klöster auf, die uns diese Urkunden bewahren und überliefern konnten.
Obermenzing nun mit seiner kleinen Kirche St.Georg wird erstmals urkundlich im Jahre 1315 allerdings mit der Bezeichnung "Duo Mentzing" - also zwei Menzing!) als zur Mutterpfarrei Aubing gehörend erwähnt, der Weiler Pipping zehn Jahre später, nämlich 1325, als ein Otto Teufelhart, Bürger zu München, vom Kloster Wessobrunn die Herrschaft über Güter in Pipping und Moosach gegen die Entrichtung von 32 Pfund Münchner Pfennige erhielt. In dieser Urkunde wird erstmals von "Obermenzing" geschrieben.
Dem Kloster Wessobrunn gehörten 1397 in Obermenzing drei Ganz- und drei Halbhöfe, drei Lehen (Viertelhöfe), die Mühle und eine Hofstatt bei der Brücke (vielleicht der heutige "Weichandhof" an der ältesten Dorfbrücke oder der 1912 abgebrannte "Hofbauer", ehemals vor dem Eingang zum Schloss Blutenburg gelegen), sowie zwei Höfe in Pipping, nämlich der "Mair" (auch: Moarbauer) und der "Wessobrunner", der kurz vor 1718 in den "Adambauer" und den "Wastlbauer" aufgeteilt wurde.
Herzog Albrecht III. erwarb 1441 vom Kloster dann 17 von insgesamt inzwischen 23 Anwesen in Obermenzig, und nach dem "Salbuch über das Schloß Menzing" von 1486 gehörten bereits die Orte Ober- und Untermenzing, Pipping "unnd was zu pasing her dißhalb der strasse gegen menntzing gelegen ist" zur Hofmark Menzing. Die Rechte des Klosters Wessobrunn an drei Pippinger Anwesen (offensichtlich nun einschließlich des Pippinger "Mesnergütls" östlich der Würm) gingen erst 1687 an den damaligen Hofmarkseigentümer Anton Frhr. von Berchem über.
Die auf den einzelnen Anwesen sitzenden Bauern waren seinerzeit ja lediglich Pächter ihrer Höfe und gelangten in deren Eigentum erst im Zuge der "Bauernbefreiung" gegen Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Bau von Schloss Nymphenburg ab 1664 und die Enteignungen des notwendigen Grundes sowohl zur Anlage des Nymphenburger Kanals (1701-1703) von Pasing über Pipping und Nymphenburg zum Schwabinger Bach als auch zur Ausdehnung des Parks und die Fertigstellung der Schlossmauer 1733 gingen deshalb relativ problemlos von Statten. Die Obermenzinger und Pippinger Bauern mussten dafür neben 118 Tagwerk Gemeindegrund weitere 71 Tagwerk ihrer Äcker, Wiesen und Gehölze abtreten.
Die sich im Mittelalter gebildete alte "Dorfsgmain" mit der besonderen Aufgabe, die von allen Bauern des Dorfes gemeinsam genutzten Weiden und Wälder zu verwalten, also eine Art Genossenschaft mit der Nebenaufgabe der Sozial- und Nothilfe sowie der Versammlung der Dorfgenossen, wurde erst mit dem sogenannten "II. Gemeindeedikt" von 1818 auch zur "politischen" Gemeinde mit einem frei gewählten Gemeindeausschuss zur Selbstverwaltung unter staatlicher Aufsicht. Mit dem Bau der "Kolonien" ab 1892 (Villenkolonien Neu-Pasing I 1892 auf Pasinger und Pippinger Grund,, Neupasing II 1897 auf Pippinger Grund, Postbeamten- und Wohnkolonie Mittlerer Verkehrsbeamten 1909, Siedlung Blutenburg 1918, Soziale Eigenheim-Siedlung Neulustheim 1919, Siedlung für den Mittelstand 1934), der Würmkorrektur ab 1898, dem Erhalt wieder einer eigenen Schule 1902 und der Eisenbahnhaltestelle im Jahre 1907 ließ sich die stürmische Entwicklung der ehemals so ruhigen und beschaulichen Landgemeinde nicht mehr aufhalten.
Die beiden aus spätromanischer Zeit stammenden Kirchen St.Wolfgang in Pipping und St.Georg in Obermenzing gehörten ursprünglich zur Mutterpfarrei Aubing, so wie Pasing, Laim, Untermenzing und Allach. Pasing wurde 1881 zur Pfarrei erhoben und ihr Obermenzing sowie Laim als Filialkirchen unterstellt. Nach Einrichtung der Expositur im Jahre 1919 wurde Obermenzing 1922 - nach Jahrhunderte währender Abhängigkeit - endlich eine eigene katholische Pfarrei und ist es bis heute unverändert ohne weitere Aufteilung - im Gegensatz zu Pasing - geblieben.
Dem gegenüber hatte der Landesherr, also Herzog, Kurfürst und dann später der bayerische König, das Besetzungsrecht für die Blutenburger Schlosskapelle mit einem Benefiziaten ihrer eigenen Wahl, der ausschließlich für die Seelsorge im Schloss zuständig war, im Benefiziatenhaus wohnte und seine Einkünfte aus zwei Untermenzinger Anwesen, einst der Agnes Bernauerin gehörend, sowie einem Hof in Neuhausen bezog.
In der dem Regensburger Bischof Wolfgang (um 925-994) geweihten Pippinger Kirche (Patrozinium am 31. Oktober) wurden anlässlich der 1976 einsetzenden umfangreichen Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten im nördlichen Teil dicht unter dem Fußboden die Fundamente eines einfachen, nur 11,60 Meter langen Saalbaues mit leicht eingezogenem Rechteckchor entdeckt. Zum Vorgängerbau gehörte auch ein seinerzeit schon dicht belegter Friedhof, dessen Ziegelmauer teilweise unter der Empore im Westen des heutigen Gotteshauses gefunden wurde.
Die bisher älteste bezeugte Grablegung stammt vom 21. Feb. 1731, als dort die Ehefrau des am Kanal wohnenden Nymphenburger Baumknechts (wohl besser gesagt Schlossgärtner) begraben wurde. Der kirchliche Friedhof mit seinen künstlerisch sehr vielfältigen und beachtenswerten Grabsteinen ist noch heute - welche Seltenheit! - in beschränktem Umfang genutzt.
Der
Grundstein zum heutigen Kirchenbau wurde laut der 1848 "treu nach dem alten
Original kopierten" Inschrifttafel am 5. Mai 1478 von Herzog Sigismund gelegt
und am Sonntag vor Himmelfahrt, dem 13. Aug. 1480, konnte der Neubau eingeweiht werden.
Bei der Erstellung des Nymphenburger Schloßparks ab 1701 wurde St.Wolfgang als "Point
de vue" der Gartenhauptachse in die Gesamtanlage miteinbezogen.
(Rechts: Bleistiftzeichnung St. Wolfgang in Pipping von Hofrat Dr. Wolfinger, ca. 1869 )
Die herrlichen, inzwischen wieder freigelegten und im wesentlichen auf den Chorraum beschränkten Wandfresken stammen von einem unbekannten Künstler, denn stilistische Vergleiche der letzten Jahrzehnte lassen dafür den ursprünglich genannten Jan Pollack ausscheiden. Fachleute neigen heute eher zu Gabriel Mäleskircher. Die spätgotischen Altäre sind sehenswert und wahrscheinlich Werke einer Münchner, der Salzburger oder gar der Kriechbaum-Schule, nicht jedoch von Erasmus Grasser.
Die dem St.Georg gewidmete Dorfkirche (Patrozinium 23. April) steht auf Fundamenten, die bereits in das 9. Jahrhundert zurückdatiert werden. Kirchen zu Ehren des heiligen Georg oder Laurentius kommen nämlich schon in der Zeit vor der Völkerwanderung (Höhepunkt 4. bis 6. Jh.) vor. Die Feststellungen aus der Zeit der Renovierung ab 1969 lassen den Schluss zu, dass der Ziegelbau etwa aus dem 12. Jahrhundert stammen könnte.
Nicht erst am 3. Mai 1444, wie früher angenommen, wurde St.Georg geweiht,
sondern bereits erheblich früher, denn am fünften Sonntag nach Pfingsten 1403 wird nach
der erhaltenen Originalurkunde der Kirchweihtag vom Sonntag nach dem Fest des
Hl.Laurentius auf den Sonntag nach dem Fest der Apostel Philipp und Jakob verlegt durch
den Vikar Friedrich des Freisinger Bischofs Berchtold.
(Rechts: Bleistiftzeichnung St. Georg in Obermenzing von Hofrat Dr. Wolfinger, ca. 1869 )
In gotischer Zeit wurde der Altarraum gewölbt, mit Seccomalereien geschmückt und die Kirche nach Westen erweitert. Der Kirchturm stammt von 1677/79, nachdem der alte wegen Baufälligkeit abgetragen werden musste. Er wurde mit Geldern des Hofmarksherrn Anton Frhr. von Berchem und des Kurfürsten (den berühmt-berüchtigten 114 Gulden Strafgeld des "Caspar Humppen zu Pelkhoven" wegen Ehebruch) sowie Darlehen finanziert.
Bei der Restaurierung 1969-73 wurden überraschenderweise Wandgemälde aus mehreren Epochen und ein barocker Bilderzyklus von Christus und den zwölf Aposteln in den Kassettenfeldern der Emporebrüstung freigelegt.
Der bereits 1315 genannte kleine Friedhof durfte seit Eröffnung des neuen Obermenzinger Waldfriedhofs im Jahre 1913 nicht mehr genutzt werden und wurde 1970 seiner sämtlichen Grabmale beraubt, die uns sonst noch so manches aus dem hiesigen bäuerlichen Leben und Sterben hätten erzählen können. Lediglich die Inschrifttafeln mit den Namen der hier beerdigten Schwestern des Instituts der Englischen Fräulein, des Aubinger Benefiziaten Johann Evangelist Gielg und seit 1993 eine Gedenktafel an Obermenzinger Familien sind noch vorhanden. Den Rasen des einstigen Gottesacker schmücken heute einige neu angeschaffte und instandgesetzte, aus dem 18. Jahrhundert stammende schmiedeeiserne Kreuze ohne Namen, wovon eines 1991 gestohlen wurde.
Dass Herzog Wilhelm III. von Bayern, der Oheim des nachmaligen Albrecht III., am 7. Juli 1425 ein Schreiben an seinen Bruder Ernst "zu Blyutenburg" geschrieben habe und diese damit erstmalig genannt sei, ist durch neuere Forschungen widerlegt. Wilhelm III. befand sich damals nämlich nachweislich in Blindenburg/Plintenburg/"Blyntenburg" (heute: Visegrad = "hohe Burg"), gelegen in Ungarn zwischen Eszetergom und Ofen, wo sich auch König Sigismund aufhielt. Eindeutig wird Schloss Blutenburg mit "Plüdenberg" am 14. März 1432 in einem Schutzbrief für Thoman den Zächerl aus Diessen erstmalig genannt. Die alte, gotische Burganlage ließ Erbprinz Albrecht von etwa 1431 bis 1440 errichten, wo er zusammen mit seiner heimlichen Gemahlin, Agnes Bernauer, einige glückliche Jahre (1432-1435) verbringen durfte.
Einer seiner Söhne, Sigismund, der 1467 auf die Mitregentschaft mit seinem Bruder Albrecht IV. verzichtete, erkor Blutenburg zu seinem Lieblingsschloss und zog sich hierher zurück. Welch ein Glück für uns! Denn Sigismund ließ 1478-1480 St.Wolfgang in Pipping als herzogliche Kirche, 1488 die Blutenburger Schloßkapelle, 1499 die Kirche St.Martin in Untermenzing sowie 1499/1500 die von Aufkirchen am Starnberger See erbauen.
Nach Sigismunds Tod 1501 fiel das Schloss mit der seit 1442 bestehenden Hofmark Menzing an den Regenten zurück und wurde wie schon zuvor in den folgenden Jahrzehnten von Pflegern verwaltet, bis es am 27. April 1676 von dem kurfürstlichen Geheimrat Anton Frhr. von Berchem um 10.000 Gulden erworben und großzügig umgebaut wurde. Doch 1702, zwei Jahre nach Berchems Tod, ging es wieder in staatlichen Besitz über und kam unter Hofkammerverwaltung bzw. ab 1827 in die des Kgl. Bayer. Finanzministeriums.
Mindestens ab 1826 wurde die Schlossanlage einschließlich der zugehörigen
Ökonomie an Privatpersonen verpachtet, die dort eine Wirtschaft, ja sogar ein Bad in der
Würm und auf der gegenüberliegenden Seite des Baches eine Schießstätte einrichteten
und gelegentlich (1848) so berühmte Leute wie die Gräfin Landsfeld, besser bekannt als
Lola Montez, beherbergten. Erst 1866 zog mit den Englischen Fräulein wieder Ruhe in das
Schlösschen ein, die dort bis 1957 verblieben und von den Schwestern des III. Ordens
abgelöst wurden. Diese nutzten es bis 1976 als Altersruhesitz.
(Rechts: Bleistiftzeichnung Schloß Blutenburg in Obermenzing von Hofrat Dr. Wolfinger, ca. 1869 )
Dass Schloss Blutenburg im 30jährigen Krieg (1618-1648) wenigstens auch nur teilweise abgebrannt sei, ist seit der umfänglichen Renovierung 1979-1983 endgültig als eine Mär widerlegt: Es wurden keinerlei Brandspuren gefunden!
Nach den Umbau- und Renovierungsarbeiten nahm am 16. Juni 1983 die Internationale Jugendbibliothek das Schloss Blutenburg als neuen Standort und Begegnungsstätte in Besitz.
Obermenzing ist heute ein bevorzugter Villenbezirk mit der Schule an der Grandlstraße (1912), einem Kriegerdenkmal (1922), einer großen Stadtpfarrkirche (Leiden Christi, 1924), einem eigenen "neuen" Feuerwehrhaus (1926), einem Postamt (1933, bzw. Postagentur seit 1920) und einem evangelischen Gemeindezentrum (Carolinenkirche 1975; Notkirche seit 1965). Allerdings ist es in beiden Achsen von Hauptverkehrsadern durchschnitten: In West-Ost-Richtung von der berühmt-berüchtigten Verdistraße, die einstmals "Westliche" bzw. "Östliche Hofstraße", dann kurzzeitig "Adolf-Hitler-Straße" und noch früher "Herrenweg" hieß, als sie lediglich von den herrschaftlichen Reitern und Kutschen benutzt werden durfte, die vom Schloss Nymphenburg zur Blutenburg gelangen wollten. In Nord-Süd-Richtung verläuft die Pippinger Straße, die einst ein Fahrweg für landwirtschaftliche Fuhrwerke und ein Fußweg für Kirchgänger nach Pipping und Pasing oder nach Untermenzing im vierwöchigen Turnus war. Eine weitere, ungewollte Trennlinie bilden die beiden Bahnlinien von München-Stadt nach Ingolstadt (ab 1867) bzw. nach Freising, die mit Eröffnung der Obermenzinger Haltestelle dort eine zunächst abgesonderte, dann aber rasante Besiedelung bewirkten.
Erinnerungskrug
an die Eingemeindung Obermenzings am 1. Dez. 1938
Trotzdem ist es gerade hier liebenswert, hier in der Nähe des alten, in Form und Ansicht großteils noch erhaltenen Dorfkerns mit der St.Georg-Kirche, dem mindestens schon seit 1417 bestehenden "Alten Wirt", gegenüber diesem einer der schönsten Maibäume Oberbayerns, mit dem Restaurant "Weichandhof" - einem uralten ehemaligen Bauernhof, mit der schon 1397 genannten Mühle, ihr gegenüber mit dem über 300 Jahre alten, jetzt äußerlich und innen ausgebauten Zehentstadel, mit Schloss Blutenburg und in Pipping mit der wunderschönen spätgotischen St.Wolfgang-Kirche.
Fast wie Perlen in einer Kette aneinandergereiht liegen diese Kleinodien entlang der schnell dahinfließenden Würm, die die Landschaft und den ihr folgenden Grünzug prägt.
*****
Zeittafel zur Obermenzinger
Geschichte
12./11. Jh. v.C.:
Anwesenheit von Bevölkerung durch
aufgefundene Urnengräber nachweisbar.
748-788:
Der Agilolfinger Tassilo III. ist Herzog von
Bayern
(ca. 760) (nicht vor
782"):
Die Erwähnung von Menzing für diese Zeiten
steht in keinem Zusammenhang mit der so genannten Tassilo-Schenkung im 8.
Jahrhundert. Diese Urkunde ist nach neuerer Forschung ein Güterverzeichnis von ca.
1150/55.
6. Nov. 817:
Der Edle Cotescalch und sein Bruder Deotpald
geben ihren Besitz zu Menzing an die Kirche in Freising.
854-875:
Bischof Anno von Freising tauscht von dem
Edlen Unaltfried Liegenschaften in Sickenhausen gegen solche in Menzing ein.
883-906:
Der nobilis vir (= Edelmann)
Rathoch wird unter der Amtszeit des Bischofs Waldo als adeliger Lehensherr in Menzing
erwähnt.
ca. 1065:
Magonus von Frihindorf schenkt eine Hube
(Halbhof) im Dorf Menzing dem Kloster Ebersberg.
ca. 1150/55 (Siehe oben ca. 760/nicht vor 782):
Ein Hof in Menzing wird in einem
Güterverzeichnis des Klosters Wessobrunn genannt.
12./13. Jh.:
In (Ober-/Unter-?) Menzing ist ein Ortsadel
de Mencingin urkundlich nachgewiesen.
1315:
Eine Kapelle in Obermenzing zu Ehren
des St. Georg wird in der Konradinischen Matrikel als Filialkirche von Aubing
genannt.
1325:
Der Weiler Pipping wird erstmals urkundlich
erwähnt, als Otto Teufelhart, Bürger zu München, vom Kloster Wessobrunn die Herrschaft
über Güter zu Obermenzing, Pipping und Moosach gegen die Entrichtung von 32 Pfund
Münchner Pfennige hat.
1397:
Im Wessobrunner Urbar werden
erstmals ausführlich die Besitzungen des Klosters in Ober-, Untermenzing und Pipping
beschrieben, nämlich 3 (Ganz-) Höfe, 3 Huben (Halbhöfe), 3 Lehen (Viertelhöfe), die
Mühle und die Hofstatt bei der Brücke in Obermenzing und 2 Höfe in Pipping.
1403:
Im Münchner Bürgerkrieg während der
Vierherzögeregierung schneiden 200 Bauern der aufständischen Stadt München das Wasser
ab. Sie leiten ihr Unternehmen damit ein, daß sie vierzig ländliche Mühlen im Umkreis
der Stadt also auch in Menzing niederbrennen.
Im gleichen Jahr wird das Kirchweihfest der
Kirche St. Georg vom Sonntag nach dem Fest des Hl. Laurentius auf den Sonntag nach dem
Fest der Apostel Philipp und Jakob verlegt. Daraus ist zu schließen, daß die
Kirche also nicht erst 1444 konsekriert wurde, sondern bereits erheblich früher.
6. Dez. 1412:
Der älteste uns bekannte Jahrtag wird von
Kathrey Furttmonin Wittib zu Obern Mennczing der Kirche St. Georg für ihren
offensichtlich verstorbenen Ehemann Ulrich gestiftet.
7. Juli 1425:
Herzog Wilhelm III. von Bayern, der Oheim
Albrechts III., datiert in blyntenburg (in Ungarn) ein Schreiben an seinen
Bruder Ernst in München. Es handelt sich hier nach neuerer Forschung nicht um unsere
Blutenburg, die dann am 14. März 1932 in
einem Schutzbrief mit Plüdenberg eindeutig
genannt wird.
um 1431-1440:
Die gotische Burganlage wird durch Erbprinz
Albrecht, nachmalig 1438-1460 Herzog Albrecht III., errichtet.
1432-1435:
Albrecht und Agnes Bernauer ( 12. Okt.
1435) halten sich in Blutenburg auf.
14. Mai 1441:
Herzog Albrecht III. erwirbt vom Kloster
Wessobrunn Obermenzing (d.h. 17 von 23 Anwesen) und das Holz genannt der Laim
sowie das Fischrecht in der Würm gegen Abgabe herzoglicher Güter im Lechrain.
1442:
Obermenzing und Pipping werden als Hofmark
deklariert.
3. Sept. 1467:
Herzog Sigismund verzichtet freiwillig auf
die Mitregentschaft (1465-1467), sein Bruder Herzog Albrecht IV. der Weise wird
Alleinregent (1467-1505) im Herzogtum Bayern-München.
Sigismund zieht sich unter Beibehaltung des
Besitzes der Schlösser Dachau, Nannhofen, Starnberg und Grünwald sowie einem
Jahreseinkommen von 4.000 Gulden auf sein Lieblingsschloss Menzing zurück.
1478-1480:
Sigismund lässt die Kirche St. Wolfgang in
Pipping (neu) erbauen.
1486:
Nach dem Salbuch über das Schloß
Menzing gehören die Orte Ober- und Untermenzing, Pipping unnd was zu pasing
her dißhalb der strass gegen menntzing gelegen ist zur Hofmark Menzing.
1488-1497:
Sigismund lässt die Schlosskapelle
Blutenburg (1488), die St.Martin-Kirche zu Untermenzing (1499) und die Kirche von
Aufkirchen am Starnberger See (1499/1500) erbauen.
1. Feb. 1501:
Herzog Sigismund stirbt 62jährig zu
Blutenburg. Das Schloss mit der Hofmark fällt an den Regenten Albrecht IV. den Weisen
zurück.
1508:
Menzing wird in der Erclärung der
Landsfreyhait des Herzogthumbs Bayren zum einzigen herzoglichen Reservat für die
niedere Jagd erklärt.
1555:
Albrecht V. tauscht ein
Benediktiner-Klostergut zu Menzing gegen eine Sölde in Kochel ein.
1598:
Nach der Verwaltung der Hofmark durch eine
Reihe von Pflegern erhält Herzog Wilhelm V. als abgedankter Herrscher Menzing zur
Ausstattung.
1. Sept. 1601:
Wilhelm setzt den Dr. Jacob Burckhardt
(gebürtig aus Solothurn), der Arzney Doctor, fürstlicher Rath und Leibmedicus
als Pfleger auf Lebenszeit ein.
30. März 1616:
Burckhardt und seine Hausfrau
Juliana geborene Schobingerin stiften ebenfalls einen Jahrtag im Werte von 75
Gulden. Schon 1610 hatten sie ein Glasfenster (heute verschollen) für St. Georg
gestiftet.
1632:
Während des 30jährigen Krieges (1618-1648)
wird entgegen früheren Darstellungen und inzwischen nachweislich
Schloss
Blutenburg nicht niedergebrannt; die umliegenden Ortschaften aber werden von den
feindlichen Truppen 1632 und 1648 sicherlich heimgesucht und geplündert.
1663-1676:
Kurfürstin Henriette Adelaide ist
Eigentümerin der Hofmark Menzing und beginnt 1664 mit dem Bau von Schloss Nymphenburg.
27. Apr. 1676:
Anton Freiherr von Berchem, kurfürstl.
Geheimrat, erwirbt nach dem Tode der Kurfürstin ( 16. März 1676) die Hofmark
Menzing um 10.000 Gulden.
Er lässt die Schlossanlage in den
Folgejahren großzügig zu den heutigen Ausmaßen umbauen.
27. Mai 1687:
Das Kloster Wessobrunn überlässt seine auf
den 3 Pippinger Anwesen Mayrhof, Wessobrunner Hof und Mesner-Gütl) haftenden Rechte
endgültig dem Frhr Anton von Berchem, nachdem dieser 1673 bereits die Vogteirechte
übernommen hat.
26. Apr. 1700:
Berchem stirbt und seine Erben prozessieren
mit dem Kurfürsten wegen der Übernahme der Hofmark.
1701-1703:
Der Nymphenburger Kanal von Pasing über
Pipping, Obermenzing und Nymphenburg zum Schwabinger Bach wird angelegt.
Der Schlosspark wird in den Jahren 1701 bis
1716 gestaltet und die Anlage mit der Errichtung der Parkmauer 1733 beendet, wofür auch
die Obermenzinger Bauern erheblichen Grund abtreten müssen.
30. Juni 1702:
Die Berchem'schen Güter von Menzing und
Allach fallen endgültig an den Hof zurück. Besitzerin wird Kurfürstin Theresia
Kunigunde ( 1730).
1742:
Vom Österr. Erbfolgekrieg (1741-1745) bleibt
Obermenzing nicht verschont und muss weit über 300 Gulden an das hier einquartierte
Regiment des Hauptmanns von Warestin zahlen.
1769:
Das alte, nur aus Holz gebaute
Benefiziatenhaus (heute: Sozialstation) war baufällig und wird unter Benefiziat Conrad
Raiser vom kurfürstlichen Hofbauamt mit Ziegelsteinen aus dem abgebrochenen Senserhaus
(= ehemalige Tabakfabrik Obermenzing) in der
heutigen Form neu aufgebaut.
1787-1788:
In diesen Jahren führen die Obermenzinger
und Pippinger Bauern ausführliche Verhandlungen mit der Hofkammer um Steuernachlässe, da
ihnen seinerzeit zwar Gründe für den Bau des Kanals und des Schlossparks genommen, sie
dafür aber angeblich niemals entschädigt wurden.
1801-1825:
Schloss Blutenburg wird von Max IV. Joseph
genutzt.
1802/1803:
Die Säkularisation geht scheinbar spurlos an
Obermenzing vorbei.
1. Jan. 1806:
Bayern wird Königreich von Kaiser
Napoleons Gnaden.
1809:
Bayern wird vermessen und das Ergebnis in
Karten festgehalten. Dazu folgt 1812 die Anlage des Ur-Katasters, dem
Vorläufer unseres heutigen Grundbuchs.
1813:
Die Bevölkerung beträgt in Obermenzing 189,
in Blutenburg 10 und in Pipping 29, insgesamt also 228 Personen.
1827:
Das Kgl. Bayerische Finanzministerium
übernimmt die Verwaltung des Krongutes Blutenburg und verpachtet es an
Privatleute.
1832:
Nach dem "Topo-geographisch-statistischen
Lexicon" hat Obermenzing 38 Häuser mit 192 Einwohnern und eine Mühle, der Weiler Pipping
umfasst 4 Häuser mit 23 Einwohnern.
1839:
Die Bahnstrecke München-Lochhausen, die auch
über Obermenzinger Gebiet führt, wird eröffnet.
1848:
Lola Montez, Gräfin Landsfeld, flüchtet aus
München und übernachtet in Blutenburg.
1861/1862:
Es werden die renovierten
Grundsteuer-Kataster angelegt. Die darin angegebenen Plannummern für die
Grundstück haben großenteils noch heute Gültigkeit.
17. Dez. 1866:
Schloss Blutenburg wird an das Institut der
Engl. Fräulein verpachtet, die dort bis 1957 bleiben.
22.Mai 1873:
Anlässlich des VI. Feuerwehrtages in
Freimann wird die Freiwillige Feuerwehr Obermenzing (rückwirkend zum 1. Jan. 1873)
gegründet. Als freie Formation bestand sie allerdings schon seit 1870.
1875:
Die Landgemeinde Obermenzing hat 315
Einwohner (alle katholisch), 111 Gebäude und 53 Wohngebäude. Es werden 80 Pferde, 300
Stück Rindvieh, 30 Schweine und 2 Ziegen gezählt.
Man gehört als Filiale nach wie vor zum
katholischen Pfarramt Aubing, die Schule liegt in Pasing, die Post für Blutenburg und
Pipping ebenso, die Schule für Obermenzing jedoch in Allach.
1879:
Obermenzing erhält sein erstes Feuerhaus
(Ecke Betzenweg und Pippinger Straße; abgerissen 1931), 1921 folgt ein weiteres in der
Verkehrsbeamtensiedlung an der (heutigen) Härtingerstraße, welches heute
noch steht.
1881:
Pasing wird zur Pfarrei erhoben, Obermenzing
und Laim werden ihre Filialkirchen.
1892:
Der Pfälzer Architekt August Exter erwirbt
die ersten 43 Tagwerk Ackerland für die Villenkolonie Neupasing I, die
großteils auch auf Obermenzinger bzw. Pippinger Grund (!) entsteht. Der große Erfolg
führt1897 zur Gründung der sogenannten Kolonie II.
1895:
Die Bevölkerung klettert von 361 Personen in
1890 auf 522 in 1895 und verdoppelt sich bis 1900 auf insgesamt 1.042 Personen.
1898/99:
Die Würm wird zwischen Pasing und Karlsfeld
umfassend in ihrem Lauf korrigiert, d.h. das Flussbett auf durchschnittlich 7
m verengt, um die Hochwassergefahr für immer zu bannen. Trotzdem kommt es
1929 zur großen Eiskatastrophe.
1. März 1902:
Obermenzing erhält wieder eine eigene Schule
(an der Pippinger Straße 95; heute: Kindergarten). Vorher gingen die Kinder nach Pasing in
die Schule.
Mindestens von 1679 bis 1733 gab es bereits
einmal mehrere Schullehrer und somit wohl eine Schule in Obermenzing; erst 1796 und 1803
wird berichtet, dass die Blutenburger Benefiziaten Josef Kirchmayr und Joseph Fleischmann
Unterricht hielten.
Es besteht bereits das öffentliche Stockbad
mit 3 Badehütten am Schirmerweg, das 1925 ausgebaut und 1932 mit Badekabinen und einer
Massengarderobe versehen wurde.
Schon 1861 gab es im Bereich des ehemaligen
Nymphenbades eine königlich-bayerische Militärschwimmschule.
15. Nov. 1907:
Die Bahnlinie München Ingolstadt
eröffnet die Haltestelle an der (heutigen) Verdistraße. Die Unterführung wurde erst
1913 erstellt und 1934 umgebaut sowie in den 70erjahren wesentlich verbreitert.
ab 1909:
Die aus Reihen- und Doppelhäusern sowie dem
Geschäftshaus mit der Gaststätte Grüner Baum bestehende Siedlung der
Baugenossenschaft der Verkehrsbeamten an der Frauendorfer- und Beer-Walbrunn-Straße wird
erstellt.
1912:
Das Schulhaus (alter Teil) an der
Grandlstraße 5 wird erbaut.
1. Nov. 1913:
Der neue Friedhof (an der heutigen
Bergsonstraße) wird in Betrieb genommen.
1918:
Die Siedlung Blutenburg südlich der
Bergsonstraße entsteht zunächst als eine große Heimgartenanlage, die sich nach
und nach mit Einfamilienhäusern bedecken und so dann ein Teil der sogenannten Pasinger
Villenkolonie II werden soll.
1919:
Bevölkerung: 2.591 Personen.
14. Jan. 1919:
Im Grünen Baum wird die
Baugenossenschaft Soziale Eigenheim-Siedlung Neulustheim e.G.m.b.H. gegründet
für das Baugebiet der (heutigen) Menzinger, Lechel- und Waldhornstraße.
1920:
Die Straßenbahnlinie wird vom Romanplatz bis
zum Botanischen Garten verlängert.
1922:
Obermenzing wird zur eigenen katholischen
Pfarrei erhoben, nachdem der Sprengel 1919 Expositur wurde.
18. Juni 1922:
Das von dem Bildhauer A. Nida-Rümelin
geschaffene Kriegerdenkmal wird enthüllt und von H.H. Pfarrer Aloys Stadler eingeweiht.
9. Nov. 1924:
Die neue Kirche Leiden-Christi an der
Grandlstraße wird eingeweiht (Grundsteinlegung am 03.06.1923).
6. Juni 1926:
Einweihung des neuen, heute noch von der
Freiwilligen Feuerwehr Obermenzing genutzten Feuerhauses am Zehentstadelweg.
1930:
Landgemeinde Obermenzing, Kirchdorf (Pfarrei)
mit Schule, Gendarmeriestation, Post (Telegraph, Telephon), Bahnstation, 4.714 Einwohner.
1. Juli 1933:
Eröffnung der Obermenzinger Post in der
Bauseweinallee 2 (die Postagentur war seit 01.02.1920 bei der Eisenbahnhaltestelle).
1933:
An der (heutigen) Verdistraße wird eine
Eisenbetonbalken-Brücke über die Würm erbaut.
April 1935:
Baubeginn der Autobahn nach Stuttgart, die am
10. Dez. 1938 eröffnet wird.
1. Juni 1937:
Bevölkerung: 7.528 Personen.
1. Dez. 1938:
Obermenzing wird zusammen mit Untermenzing,
Allach, Ludwigsfeld und Solln nach München (zwangs-) eingemeindet.
1940-1945:
Pfarrer Alfons Pöhlein verfasst einen
Tagebuchbericht über die Lufttätigkeit über München. Danach sterben von
1943-1945 mindestens 16 Einwohner durch Fliegerbomben.
30. Apr. 1945:
Die Amerikaner ziehen in Obermenzing ein.
12. Juni 1945:
Der Landwirt Georg Angermair wird, von den
Amerikanern eingesetzt, offiziell als Bezirksbürgermeister bestätigt. Er war als solcher
von Mai bis Juli 1945 ehrenamtlich tätig.
1948:
Die Straßen werden umbenannt,
NS-Bezeichnungen verschwinden.
1957-1976:
Schloss Blutenburg ist an die Schwestern vom
III. Orden verpachtet.
1964:
Aus der Tochtergemeinde von Pasing wird eine
eigene evang.-lutherische Gemeinde in Obermenzing. Am 5. Okt. 1965 entstand eine Notkirche
an der Karwinskistraße.
1970:
Die Würmbrücke an der Dorfstraße wird
erneuert und verbreitert.
1975:
Einweihung der evang.-lutherischen
Carolinenkirche.
1979-1983:
Das zerfallene Schloss wird umfänglich restauriert und für die Zwecke der Internationalen Jugendbibliothek umgebaut, die am 16.
Juni 1983 einzieht.
1983/84:
Die Unterführung der Verdistraße vom
Schirmerweg zum Schloss wird endlich gebaut.
1985:
Die Bevölkerung ist inzwischen auf 20.101
Einwohner angewachsen.
Die Dorfkernstudie wird abgefasst, ebenso die städtebauliche Rahmenplanung Würmniederung.
1. Dez. 1988:
Der 37. Stadtbezirk Obermenzing begeht den
50. Jahrestag seiner (Zwangs-) Eingemeindung nach München.
1991:
Die Errichtung einer Mülldeponie im Münchner
Westen kann endgültig verhindert werden.
Bevölkerung (31.12.1991): 20.600 Einwohner;
Größe Obermenzings: 755 Hektar.
31. Juli 1993:
Am Eingang zur alten Dorfkirche St.Georg
wird eine Gedenktafel für die auf dem Gottesacker bestatteten Vorfahren der
Alt-Obermenzinger eingeweiht.
1. Jan. 1996:
Trotz jahrelanger Diskussion, Streit,
Bürgerinitiativen und Bemühungen u.a. der Bezirksausschüsse in Pasing, Ober-,
Untermenzing und Allach tritt die vom Stadtrat am 06.11.1991 beschlossene endgültige
Stadtbezirksneueinteilung in Kraft.
1996-1998:
Der Heimat- und Volkstrachtenverein D'Würmtaler
Menzing e.V. renoviert mit Eigeninitiative und vielen Sponsoren aus dem Münchner Westen
das historische Carl-Häusl. Die Einweihung des Vereinsheimes und eines neuen
Wegkreuzes nördlich des Dorfkerns im Würmgrünzug findet am 26. April 1998 statt.
1998:
Die Eschenrieder Spange wird am 4. Sept. 1998
eröffnet, zu deren Einweihung weit über 10.000 Bürger kommen.
Im Carl-Häusl wird am 1. Dez.
1998 der 60. Jahrestag der Zwangseingemeindung begangen.
1999:
Bevölkerung (21.12.1999): 25.646 Einwohner;
Größe Obermenzings: keine getrennte Angaben mehr seit 1991; nun zusammen mit
Pasing: 1.649 Hektar (Pasing 1991: Einwohner 39.723 und 1.074 Hektar).
2000:
Am 8. April 2000 stirbt Stadtrat a.D.
Wolfgang M. Vogelsgesang, der sich um Obermenzing, insbesondere aber um die Renovierung
und den Ausbau von Schloss Blutenburg zur IJB Internationalen Jugendbibliothek
außerordentlich verdient
gemacht hat.
Am 10. Aug. 2000 ist die offizielle Übergabe
und Weihe mit anschließendem Bürgerfest anlässlich der Eröffnung des Naherholungsgebietes
Langwieder See.
Am 29. Sept. 2000 ist Richtfest für die
Wohnbebauung auf der Schäferwiese mit 144 Eigentumswohnungen.
2001:
Am 28. April 2001 wird das bei der Blutenburg
aufgestellte Mahnmahl Wider das Vergessen des Todesmarsches von rund 7.000
Häftlingen aus dem KZ Dachau bis hinter Starnberg feierlich eingeweiht.
Am 3 Mai 2001 wird der Steg über die Würm
zwischen Zehentstadel und Carlhäusl, die "Carlhäuslbrücke", eingeweiht.
Am 28. Sept. 2001 stirbt Franz Amler, der
fast 30 Jahre lang Vorsitzender der Bürgervereinigung Obermenzing e.V. war
und sich um Obermenzing verdient gemacht hat.
2003:
Am 29. Jan. 2003 wird der Bebauungsplan an
der Daudetstraße von der Mehrheit des Münchner Stadtrates verabschiedet.
Der Obermenzinger Kreisel, die
Kreuzung der Verdistraße mit der Pippinger Straße, wird am 16. Juli 2003 in Betrieb
genommen, bringt aber trotz der hohen Baukosten von 1,16 Millionen Euro kaum eine
Verbesserung der verkehrlichen Situation.
2004:
Im Frühjahr bekommt der Obermenzinger
Maibaum einen neuen, etwas nach Südosten verlegten Standort und ein neues Fundament. Dies
wurde notwendig wegen der anlaufenden Bebauung der Maibaumwiese.
Im Sept./Okt. 2004 werden bei vorsorglichen Ausgrabungsarbeiten in der Maibaumwiese anlässlich der anlaufenden Bebauung historische Siedlungsreste und 5 Grabstellen mit Bestattungen wohl aus dem 10. Jahrhundert n.Chr. freigelegt.
2006:
Am 18. Februar 2006 erfolgt endlich der Ringschluss der A-99 ab dem Allacher Tunnel (und der Eschenrieder Spange) mit einer großartigen Einweihungsfeier am/im Aubinger Tunnel.
Im Frühjahr wird die Bahnunterführung der Heerstraße fertiggestellt und dem örtlichen Verkehr übergeben.
2008:
Am 14. März 2008 eröffnet der 1. Münchener Friedhof für Haustiere am Obermenzinger Breiter Weg nach zehnjährigem zähen Ringen mit der Stadtverwaltung seine Pforten.